Die Weinproduktion und ihre Entwicklung
Ein Musterbetrieb für den Getreideanbau
Die moderne Geschichte von "Il Terriccio" begann unmittelbar nach dem Krieg, als das Gut von den Grafen Serafini Ferri erworben wurde.
Am Ende des 19. Jahrhunderts erwarb die Familie Ferri große landwirtschaftliche Besitztümer, dank der Anerkennung, die sie durch ihre Freundschaft mit Giuseppe Garibaldi und Giuseppe Mazzini erlangte und dank der Getreidelieferungen, die sie während des Risorgimento (der Bewegung für die italienische Einheit) an die Römische Republik von 1849 geleistet hatten.
Am Ende des 19. Jahrhunderts erwarb die Familie Ferri große landwirtschaftliche Besitztümer, dank der Anerkennung, die sie durch ihre Freundschaft mit Giuseppe Garibaldi und Giuseppe Mazzini erlangte und dank der Getreidelieferungen, die sie während des Risorgimento (der Bewegung für die italienische Einheit) an die Römische Republik von 1849 geleistet hatten.
Von der Halbpacht zur direkten Unternehmensführung
Dies änderte sich grundlegend durch einen radikalen Kurs- und Strategiewechsel, als 1975 Gian Annibale Rossi di Medelana Serafini Ferri, der gegenwärtige Inhaber, das Gut von einem Großonkel erbte und die Leitung übernahm. Er stammt aus einer Dynastie, deren Urur- und Urgroßväter väterlicherseits sich Ehren auf dem Gebiet des Weinanbaus erworben hatten. Sie nahmen 1889 an der Weltausstellung von Paris teil, stellten dort ihre Weine aus der Gegend von Bologna vor und gewannen eine Medaille.
Gian Annibale Rossi di Medelana verfügte das Ende der Halbpacht für das Gut und den übergang zur direkten Unternehmensführung. Nach einer Reihe von nicht völlig zufriedenstellend verlaufenen Versuchen, eine Büffelzucht zur Milcherzeugung aufzubauen, nachdem er überdies den fortschreitenden Verfall der Weizenpreise und die ungenügenden Einkünfte aus dem Anbau von Weizen, Hafer, Gerste und anderem Getreide zur Kenntnis nehmen mußte, entschied er sich dazu, dem Wein Priorität einzuräumen. Er wagte es also, auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Weinbaus zu setzen, ein Gedanke, der damals auf "Il Terriccio" noch völlig unbekannt war.
Die Spezialisierung als Weingut
Die Wende wurde immer entschiedener vorangetrieben und war schließlich unumkehrbar. In der Mitte der achtziger Jahre kam Rossi di Medelana in den Betrieb mit genau der Einstellung zurück, die den wahren Unternehmer auszeichnet. Es waren dies die Jahre der großen, bindenden Entscheidungen, der Anpassung des Gutes an die neuen Richtlinien. Freund großer Weine, der er ist, gab Rossi di Medelana dem Weinbau absolute Priorität. Weinbau gab es zwar immer schon auf dem Gut, früher aber ist er nicht so in den Vordergrund getreten, was man daraus ersieht, daß bis 1986 der produzierte Wein lose, also direkt vom Faß weg verkauft wurde. Die neue Linie bestand darin, kompromißlos auf Spitzen-Qualität zu setzen. Abgesehen von seiner Liebe für Bordeaux-Weine ließ sich Rossi di Medelana von den Erfolgen anregen, die der Marchese Incisa della Rocchetta auf seinem Weingut in Bolgheri erzielt hatte. Gleichzeitig war er immer stärker davon überzeugt, daß es dank der hervorragenden Böden und des günstigen Mikroklimas auch auf "Il Terriccio" möglich sein müsse, Weine von internationaler Klasse zu produzieren.
Die "Revolution" im Weinberg und die Auswahl der Rebsorten
Um die gesetzten Ziele zu erreichen, waren tiefgreifende Veränderungen nötig. Die bislang angepflanzten Rebsorten Trebbiano und Sangiovese wurden ergänzt durch geeignetere Rebsorten. So entstanden neue Anpflanzungen mit modernen Erziehungsmethoden. Es wurden der Cabernet und der Merlot angepflanzt, die Rebstöcke kamen direkt aus Frankreich, von einigen traditionsreichen Weingütern des Bordeaux. Später - 1989 und 1990 - kamen noch als weiße Trauben der Chardonnay und der Sauvignon hinzu, die den Trebbiano ersetzten.
Die Auswahl der Rebsorten geschah weder zufällig noch aufgrund der Vorliebe von Rossi di Medelana für französische Weine. Ausschlaggebend waren die Besonderheiten des lokalen Klimas, des Terroir und der Lage. Das Mikroklima, dessen sich die Weinberge des Gutes erfreuen, ist typisch mediterran, liebkost von der ständigen leichten Brise, die vom nahen Meer herüberweht und begünstigt von der Lichtfülle, die entsteht, wenn die Sonne vom Wasser des Meeres reflektiert wird, was eine perfekte Reifung der Trauben fördert.
Das Gelände eignet sich hervorragend für die Produktion von Rotweinen mit großer Struktur und Komplexität. Der Boden ist tonhaltig und sandig, reich an Kupfer und Eisen; Mineralien, die man auf den Hügeln findet, auf denen einst die Erzgruben der Etrusker lagen. Andere Böden sind kalkhaltig, mit der charakteristischen Galestro-Erde.
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